flashback
When I grow up, I want to live near the sea
Etwas verspätet, hier mein Wochenrückblick. Und meine Woche erstreckt sich diesmal bis zum Dienstag.
An sich war die Woche unspektakulär, jedenfalls von Montag bis Freitag. Im Prinzip habe ich Schritt für Schritt oder Schublade für Schublade meine Arbeit getan. Viel schöner war es dann, an ein paar Abenden einfach in Richtung Süden zu laufen um an den Ozean zu kommen. Das vergangene Wochenende war diesmal länger als üblich. Am Freitag Abend ging es diesmal zum Amerikaner, zu Pluto’s Diner. Überraschend gut. Wir konnten auch ein Foto mit Kirstie Alley bewundern - bevor sie an Gewicht zugelegt hatte. Für mich gab es den Hausburger mit extra Jalapeños. Im Anschluss ging es wieder ins Irish Pub, wo ich diesmal in einen Haufen Sprachstudenten/-schüler geraten bin. Allesamt Anfang 20. Und irgendwie haben sie mich an mich selbst erinnert, wie ich mit Ende 22 damals nach Australien gegangen bin. Die Welt, noch so einfach.

Die Mädels kann man aber sehr beeindrucken, wenn man sagt, dass man “visiting scientist” ist.Samstag ging es nach üblichem Sportprogramm am Abend mit Kollegen und Mitbewohnern koreanisch essen. BBQ auf dem Tisch vor unserer Nase, sehr lecker! Anschließend ging es ins Sticky Wicket, wo ich für den Abend etwas zu viel Bier hatte. Sonntag hieß es dann dafür erstmal Füße hochlegen und am Nachmittag noch zum Victoria Electronic Music Festival zu gehen und dafür den Symphony Splash (outdoor klassische Musik mit Feuerwerk) zu ignorieren. Ich mag eben lieber elektronische Musik lieber. Am späten Abend habe ich dann noch das Abstract fertig geschrieben, um es bei einer Konferenz nächsten Januar einzureichen. Daumen drücken! Ich war noch nie in New Orleans. :)

Am Montag, der British Columbia Day, schien die Sonne. Und was gibt es besseres, als einen Feiertag in der Sonne zu verbringen und gleichzeitig am Wasser zu sein? Um 11 Uhr verließ ich das Haus, um 18.30 Uhr kam ich wieder. Ich bin mit Pausen den Beach Dr und Dallas Rd entlanggelaufen. Oh, was würde ich dafür geben, so etwas auch in Hamburg zu haben… Wie heißt es so schön in einem meiner Lieblingslieder: “When I grow up, I want to live near the sea.” Wie wahr.

 

Posted via email from brisvegaz’s posterous | Comment »

419m
Reden wir mal vom Wetter in Victoria. Gelockt wurde ich ja mit trockenem Mittelmeer-artigen Wetter über die Sommermonate. Bekommen habe ich Hamburger Wetter. Das Thema beherrscht hier fast jedes Gespräch über kurz oder lang. Jeder beschwert sich, wie ungewöhnlich dieser verregnete Sommer sei. Schuld ist an allem ja nur der Jetstream, der sich in eine für die Jahreszeit ungewohnte Position verschoben hat und im Zusammenspiel mit dem kühlen Pazifik (ich glaube, wir laufen wieder in die La Niña Phase hinein) für Hamburger Wetter in Victoria sorgt. Heißt, wechselhaftes, sonnig-verregnetes Wetter mit Schauereinlagen. Wer kann denn da bitteschön Heimweh bekommen?
Meine vergangene Woche war vor allem von diesem Wetter geprägt, so dass ich etwas improvisieren in Sachen Bewegung musste. Ich bin also diese Woche öfter einfach nach Hause gelaufen. Das sind 7.5 km auf direktem Weg, was ja schon ein guter Anfang ist. Ich habe auch entdeckt, dass wir auf dem Campus einen wunderschönen Wald haben, durch den ich auf dem Weg nach Hause komme.

Am Mittwoch ging es abends quer durch Victoria, um Brückenbesichtigung zu machen. Davon haben wir, glaube ich, drei oder vier. Eine über Johnson St, eine über Bay St, und ein paar über Straßen, die ich noch nicht betreten habe. Eigentlicher Zweck war es, auszuloten, inwiefern der Asphalt auf dem Galloping Goose Trail taugt, um darauf zu longboarden. Sieht sehr gut aus, nur das Wetter hat halt noch nicht mitgespielt.
Freitag ging es zum Sushi Essen, gestern ging es zu einem Straßenfest der lokalen Künstler hier. Meine Vermieterin hat auch teilgenommen, gefunden habe ich sie aber nicht. Aber ich kenne ja die Bilder, die sie gemalt hat. Jedenfalls war ich überwiegend nicht richtig beeindruckt und habe mich gefragt, wie die meisten Künstler davon leben können, was sie produzieren. Technisch meist einwandfrei, aber in den meisten Bildern fehlt die Kunst, bzw. das, was die Bilder zu etwas Besonderem macht. Aber Kunst liegt im Auge des Betrachters. Für mich gab es aber auch einige Highlights zu sehen. Zumeist von jungen Künstlern, deren Wurzeln eindeutig in der Graffiti-Szene liegen.  

Danach ging es zu einer Familienfeier, auf die ich spontan eingeladen wurde. Für mich sehr interessant und spannend, aber auch etwas merkwürdig, wenn man als Fremder zu so etwas eingeladen wird und dann auch auftaucht. War aber ein schöner Abend, ich habe tolle Leute kennengelernt.
Und mein Highlight diese Woche war dann mein eigenes Programm für den Sonntag. Pünktlich um halb sieben aufgestanden, um rechtzeitig den Bus nach Goldstream zu bekommen. Von dort ging es quer durch den Wald entlang verschiedener Trampelpfade im Goldstream Provincial Park, um letztendlich den Mount Finlayson zu besteigen. 419 Höhenmeter mussten dafür bewältigt werden. Womit ich nicht gerechnet habe, war, dass ich tatsächlich stellenweise klettern musste. Also nicht so, dass ich eine gerade Wand vor mir habe, so steil war es dann doch nicht. Sondern so, dass man schon die Hände mitbenutzen, und sich vor allem dort hochziehen musste. Wunderschön war dabei der Ausblick, der sich bot, weil der ausgewiesene Pfad sich entlang an steilen Wänden hochschlängelte.

Oben angekommen konnte ich zum Einen die Wälder sehen, aber zum Anderen auch in der Ferne Victoria erkennen. Der Blick ging bis zu den Olympic Mountains, die auf der anderen Seite der Juan de Fuca Strait liegen (hinterm Wasser also), und sich damit schon auf US-Boden befinden.
Der Abstieg war für mich schwerer als der Aufstieg. Während man beim hochklettern immer weiß, wo man Hand und Fuß hinsetzt, muss man beim herunterlaufen immer erst schauen, wo es langgeht. Ich zumindest fand es anstrengender, auch wenn es nicht so schweißtreibend war.

Zum Schluss ging es dann noch zu den Niagara Fällen. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass die Niagara Fälle in der Nähe von Toronto nur eine Attrappe sind, um von den echten hier auf Vancouver Island abzulenken.

Posted via email from brisvegaz’s posterous | Comment »