flashback
everything is beautiful
Meine letzten Wochen in Kanada sind nun angebrochen. Die letzten zwei
Wochen waren zusätzlich wenig aufregend, jedenfalls aus der Sicht
eines Reisenden. Dafür aber ungleich spannender aus meiner Sicht als
vor-sich-hin-werkelnder Doktorand. Wenn man vom ausgiebigen Longboardfahren absieht, habe ich die letzten
2 Wochen damit verbracht, meinen Vortrag fertigzustellen und
vorläufige Ergebnisse meiner Arbeit hier zusammenzustellen. Meinen
Vortrag habe ich überstanden, alles andere auch. Jetzt geht es nur
noch darum, einen Teil zusammenzuschreiben und den anderen Teil später
mit nach Hause zu nehmen um im verbleibenden Jahr noch etwas
sinnvolles mit der Zeit anzufangen.

Ich hatte die letzten zwei Wochen auch eine Menge Spaß mit meinen
Mitbewohnern. Wir hatten alles: endlos Fish and Chips (Dienstag
Special in Pluto’s), lauwarme Abende auf der Terrasse, BBQ, japanisch
essen gehen, Strand, Sonne, Regen, Truck fahren… Ich habe das Alter meiner Mitbewohnerin herausgefunden. Ich dachte
immer sie wäre jünger. Mittlerweile denke ich, dass ich etwas
respektvoller sein sollte. Hmm.

Wir sind letztes Wochenende zum Strand gefahren, das heißt, Chris ging
surfen, ich ging wandern auf dem Juan de Fuca Trail. Und da es die
Tage davor geregnet hatte, war das Wandern eher vergleichbar mit
Schlammschlittern. Es hat sich aber gelohnt. Plötzlich tauchte eine
Hängebrücke auf mit Blick auf zwei Wasserfälle. Nach etwa 4 Stunden
angespanntem Schlammschlittern und Schlammpfützen-Durchqueren gab es
dann Mittagessen am Strand. Das heißt, wir haben auf unseren
Campingstühlen die gekauften Sandwiches von Subway genossen. Mit der Sicht auf die See wurde mir auch immer klarer, dass das Wetter
sich deutlich verschlechtern wird. Am Sonntag hat es mich dann
erwischt. Nach einem ausgiebig langen Lauf durch die Innenstadt, auf
die Mauer im Wasser am Ogden Point (mit einer Robbe im Wasser), am
Wasser entlang, konnte ich die Schauerfront sehen. Etwa 20 min von
meiner Bleibe entfernt erwischte mich der Regen. Und seitdem sind die
Temperaturen deutlich heruntergegangen. Ich glaube, der Herbst ist
hier nach einer 2-monatigen Pause wieder da und nun wohl für den Rest
der Zeit.

In ein paar Wochen geht es zurück in die Heimat, mit einem komischen
Gefühl in der Bauchgegend. P.S. Ich wollte ursprünglich einen komplett anderen Text schreiben.
Ich wollte über verschiedene Wege schreiben. Ich wollte über
Einhorntränen sprechen. Ich habe es sein gelassen.

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