flashback
Canada Day
Wo soll ich anfangen? Es ist viel passiert, ich habe viel erlebt. Und das alles innerhalb von etwa einer Woche.
Das größte Ereignis, das hier in den letzten Tagen stattfand, war der Canada Day am 1. Juli. Der Nationalfeiertag hier. Im Prinzip heißt das, dass es eine Menge Menschen gibt, die sich rot-weiß anmalen, möglichst viele Kanada-Flaggen und -Symbole mit sich rumtragen, und die eigentlich gut drauf sind. Zudem gab es hier eine Menge Festivitäten in der Innenstadt. Ein großes Volksfest also.

Wer mich kennt, weiß, dass ich mir aus solchen Dingen so gut wie überhaupt nichts mache. Und dem war auch so. Die Sonne hat gelacht, der Himmel strahlendblau, es war warm. Ich habe mir mein Longboard geschnappt und bin entlang der Küste gefahren. Im Prinzip bin ich die Dallas Road entlang und ihr in Richtung Nordost gefolgt bis hin zur Cadborough Bay. So ein wenig kann man es mit den Fotos nachvollziehen, bzw. mit den Ortsangaben (einfach mal auf die Orte unten klicken). Die Straße entlang am Wasser ist ebenfalls sehr hügelig, so dass es eine ziemliche Plackerei letztendlich war.
Wie auch immer, zurück ging es dann über die Oakbay Avenue in die Pandora Avenue, wo ich wohne. Schnell duschen, essen und dann ging es gegen 21.30 Uhr in Richtung Innenstadt zum Feuerwerk schauen.

Natürlich habe ich meine Verabredungen verpasst (nicht schwer in einer Menschenmasse ohne Mobiltelefon). Ehrlich gesagt, war ich etwas abgenervt von so einer großen Masse an zu jungen Menschen, die sich betrunken und bekifft haben, und dabei sehr aggressiv werden. Ich bin dem ganzen ja auch nicht abgeneigt,  aber in der schieren Masse war es mir unangenehm. Ich glaube auch, dass dies verdeutlicht, dass Kanadier (wahrscheinlich wie US-Amerikaner) den Umgang mit sanften Genussmitteln wie Alkohol nicht lernen und deshalb an solchen Tagen komplett über die Stränge schlagen. 

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Pazifik-Wochenende
Mein Wochenende verlief anders als vorher geplant. Ich habe die Innenstadt, downtown, erkundet. Bin vier Deutschen zufällig über den Weg gelaufen, habe eine Menge Fotos von Fremden geschossen (die mich natürlich gefragt hatten). Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war ich wieder am Wasser. Es ist faszinierend, dass sich der Ozean jedes Mal anders präsentiert. Den einen Tag friert man sich sprichwörtlich den Hintern ab, den anderen Tag ist es windstill. Zudem bin ich am Samstag in ein kleines Fest in meiner Nachbarschaft gelaufen. Die Leute hier sind ja sehr entspannt, so dass man als Fremder keine Probleme hat, mit Kanadiern in Kontakt zu kommen. Ursprünglich wollte ich dieses Wochenende sowohl eine Prepaid-Karte für mein Handy, als auch ein Fahrrad besorgen. Das mit dem Prepaid habe ich erstmal sein gelassen (ich war etwas überwältigt vom Minutenpreis). Das Fahrrad, das dem Partner meiner Vermieterin gehört, konnte ich auch erstmal nicht haben. Es benötigt zu viele Reparaturen. Vielleicht kann ich die nächsten Tage eines von Kollegen bekommen.

Gestern bin ich hier das erste Mal auf meinem Longboard unterwegs gewesen. Das ist hier schon etwas mehr Nervenkitzel als zu Hause durch die ganzen Berge. Außerdem darf man hier auf der Straße fahren und am laufenden Verkehr teilnehmen (man sieht einige Longboarder, die ihr Longboard als Fahrradersatz benutzen). Das beste am Wochenende war dann der Sonntag abend mit einem wunderbar gemütlichen Abendessen auf der Terrasse. So langsam gibt sich das auch mit dem Jetlag. Der ist nämlich weg. Ich werde zwar immer noch um 10 Uhr abends hundemüde, aber das ist ja normal.

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Tag 50, 51, 52, 53
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Es ist erstaunlich, wie wenig passiert, wenn man einfach mal das Leben laufen lässt. Andersherum stimmt dies auch nicht. Und dass mir heute der Kopf schon wieder weh tut auf Grund des vergangenen Abends, ist mittlerweile das dritte Mal in der vergangenen Woche.

Und die fand ich richtig gut. Nicht nur, dass wir die ersten Auswüchse des Sommers gespürt haben mit angenehmen schwül-warmen knapp 30 Grad, und Land unter durch Gewitter hatten. Es gab zudem auch noch einen Feiertag, einen Brückentag, ein Wochenende, und meinen gestrigen Abend in einem Wirtshaus zum Tschüss-Sagen (oder so). Eigentlich müsste ich fleissig am Packen sein, hab ja auch schon angefangen. So viel kann’s gar nicht sein, aber na ja, die Lust ist woanders. Außerdem ist es wichtiger noch einmal so viele Leute wie möglich zu sehen.
Auch die paar Touren, die ich gefahren bin, waren mal wieder sehr schön. Und in der Hitze auch anstrengend. Das Spektakulärste, was ich dabei gesehen habe, war ein brennendes Boot auf der Elbe. Mehr aber auch nicht. Die Feuerwehr kam auch schon, so dass ich weiterfahren konnte. 

Wenn ich mit den Überschriften richtig gezählt habe, bin ich dieses Jahr an 53 Tagen Longboard gefahren. Grob überschlagen sind das (50*20+x) mehr als 1000 km dieses Jahr schon gewesen. Vielleicht sogar mehr, Richtung 1200 km, ich hab ja auch mehrmals sehr lange Touren dabei gehabt. 

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Tag 48, 49
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Oh, es tut so gut mit etwas fertig zu sein. Mein Leben hat mich wieder. Außerdem ist mir bewusst geworden, dass ich meine Heimat in Brandenburg doch sehr gerne habe und immer wieder mit sehr positiver Stimmung hinfahre. Muss wohl an meinem preussischen Blut liegen, oder so.

Momentan bin ich dabei, die letzten Vorbereitungen für meine Reise zu treffen. Und Schlaf nachzuholen. Und die Sonne zu genießen. Ging heute ganz gut als ich etwa 4 Stunden unterwegs war. Die Sonne im Gesicht, gute Musik im Ohr, der Wind im Rücken, und das alles entlang an der Elbe. Das Leben kann so schön sein. 

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Tag 44, 45, 46, 47
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Was für anstrengende Tage das waren über die letzte Woche. Mit Hochdruck habe ich die erste Version der nächsten Veröffentlichung meinerseits fertig geschrieben. Ich war mal wieder aufm Kiez unterwegs. Und gerade eben zu einem Konzert von Miami Horror im Molotow. Deren Album läuft seit letztem Jahr bei mir rauf und runter, als ich es durch Zufall entdeckt und dann im australischen iTunes gekauft habe. Es hat mich durch viele Lebenslagen begleitet, auch auf meinem Longboard. Die Texte haben sich mittlerweile eingebrannt.  Ich mag es immer noch, und nach dem heutigen Konzert wird es so wohl auch bleiben.

Ach ja, und zwischendurch bin ich über die letzte Woche immer mal wieder Longboard gefahren, wohlweißlich in der Absicht mal wieder länger zu fahren. Aber durch den ganzen Termindruck waren es doch immer nur die üblichen 1.5 Stunden, immerhin besser als nichts.

Es sind nun nur noch etwa 2 Wochen, die ich in Hamburg sein werde. Dann geht es noch in die Heimat, danach nach Victoria. So langsam bin ich doch schon aufgeregt und gespannt darauf, was ich ich Kanada erleben werde.

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Tag 43 - of windmills and birthpaths, part 2
of windmills and birthpaths, part 2.m4v Watch on Posterous

Bevor der Regen letzte Nacht kam, musste ich noch vor dem Tatort durch Hamburg fahren. Wie habe ich es die Tage davor vermisst.

Mir ist heute, nachdem ich gefühlte 47 Stunden geschrieben habe, bewusst geworden, dass frische Luft öfter sehr gut tut. Nur heute ging es nicht, es regnet ja schließlich schon den ganzen Tag. Morgen vermutlich auch morgen noch. Das Früheste wird wohl Mittwoch werden, dass es aufhört. Eigentlich nicht schön den ganzen Tag nur am Computer zu sitzen.
Egal, ich habe heute beschlossen, bevor es auf die große weite Reise geht, dass ich mich noch einmal in den Fläming wage. Vielleicht diesmal keine 100 km, aber noch einmal Windräder bestaunen, die frische Luft genießen, die Sonne aufsaugen. Wer weiß, was mich in Kanada erwarten wird.

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Tag 40, 41 und 42
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Die vergangenen Tage waren für mich in diesem Jahr die aufregendsten Tage bisher.

Am Montag war ich zum Übersee-Tag in Hamburg im Rathaus geladen, wo mir von Ursula von der Leyen eine Urkunde für ein Stipendium vom Übersee-Club Hamburgs zur Finanzierung meines Auslandsaufenthalts überreicht wurde. Davor hat sie eine Rede über die Probleme der deutschen Bevölkerung gehalten. Mein Eindruck war, dass die Frau sehr beeindruckend Reden hält, zudem alles Hand und Fuß hatte. Nur am Händedruck muss sie noch arbeiten. Ich war aber sehr positiv überrascht.
Was den Tag aber so herausragend machte, waren die anschließenden Veranstaltungen. So ging es danach noch zu einem nicht nur sehr leckerem Mittagessen (begleitet von sehr angenehmen Gesprächen), sondern am Abend zu einem festlichen Essen im Hotel Atlantic. Und zwar mit allem was dazu gehört. Großes Bankett, Reden, und ich im Smoking. Das Essen war traumhaft, die Reden unterhaltsam (wenn ich auch von den Thesen und Argumenten nur zur Hälfte überzeugt war, aber ich habe oft eine andere Meinung, die etwas anders ist), und die Unterhaltungen sehr anregend.

Alles in allem war ich aber froh, um Mitternacht zu Hause zu sein, weil der Tag einfach anstrengend war. Er war aber ein sehr besonderes Erlebnis.
Am Sonntag davor war ich schon aufgeregt. Aber es half, eine Runde Longboard zu fahren. Wobei ich am Sonntag zum ersten Mal von der Wärme etwas platt war. Am Dienstag, als alles vorbei war, war es schon sehr schwül, selbst am Abend als ich gefahren bin. Das war aber eine der schönsten Runden, die ich seit langem gefahren bin. Nicht, weil die Strecke so toll war, sondern weil da dieses Gefühl war, etwas geschafft zu haben. Zudem der Sternenhimmel und teilweise verschleierte Mond zu sehen, die Luft warm, es windstill gewesen ist.

Und gestern hat es hier seit langem das erste Mal geregnet. Es war am Abend zwar wieder trocken, aber der Unterschied war fühlbar, vor allem, weil die Luft sauber war. Gestern habe ich mein Longboard nur als Fahrradersatz benutzt. So schnell war ich noch nie bei Freunden. Ich klopfe mir mal auf die Schulter, dass ich öffentliche Verkehrsmittel (mit Fußwegen eingerechnet) deutlich mit dem Longboard schlage.

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Tag 39
Heute war wieder einer der Tage, der so ziemlich anders als gewöhnlich verlief. Ich war nämlich heute morgen verabredet, und was passiert? Ich wache erst eine viertel Stunde vor der Verabredung auf. Aus irgendeinem Grund haben heute meine beiden Wecker versagt. Zumindest einer der beiden ging nicht, den anderen muss ich im Schlaf ausgemacht haben.
An sich war heute alles langsam, einen schönen gemütlichen Vormittag und Nachmittag verlebt, und dann noch für zwei Stunden aufs Brett. Einfach nur gemütlich durch die Gegend fahren. In der Sonne. Sehr schön.

Auch freut es mich, dass diese Woche die Temperaturen einen Sprung um etwa 15 Grad nach oben gemacht haben, so dass ich in angenehmen 26 Grad fahren konnte.

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Tag 38
Ich glaube, ich weiß jetzt wo der Begriff Erkältung her kommt. Es handelt sich scheinbar nur darum, dass man friert, sich ‘erkältet’ hat. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, warum ich bei 8 Grad Außentemperatur eine Mütze aufgesetzt habe. Die letzten Tage waren weiterhin von zu viel Programmieren geprägt. Außerdem stand ein Panel-Meeting an. Alles Dinge, die Zeit und vor allem Schlaf gekostet haben. Nur heute hat es mir endgültig gereicht und ich hab mir mein Longboard geschnappt und bin mit ausklingender Erkältung und abklingender Bindehautentzündung (die ich mir am Sonntag bei dem eisigkalten Wind von vorne im Hafen geholt habe) raus aufs Brett. Alles ist gut.

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Tag 37
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Nachdem ich die letzten Tage mit Hardcore-Programmieren verbracht
habe, war es heute Zeit, die Seele mal baumeln zu lassen und den
Sonntag zu nutzen.
Dafür ging es nach Neuwiedenthal um Freunde beim Halbmarathonlaufen zu
motivieren.
Den Rückweg ging es dann nicht per S-Bahn nach Hause, sondern quer
durch den Harburger und Hamburger Hafen. Die Radwege sind teils
grottig, aber man kann dort mangels Verkehr problemlos auf der Straße
fahren.

Zusammen mit dem bombastisch sonnigen aber auch kaltem und windigen
Wetter war diese Tour doch mal wieder eine richtige Perle seit einiger
Zeit (abgesehen vom Fläming letzte Woche). Alles neu macht der Mai,
zumindest die Luft war frisch.

Jetzt noch was kochen, Tatort schauen und morgen früh aufstehen…

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